Notizen aus der Wirklichkeit

Beiträge vom April 2008

München, 26. April 2008 | High risk of Loss

April 26, 2008 · Kommentar schreiben

13:15 Uhr. Die dritte World-Watch-Liste der Welternährungsorganisation FAO zur Vielfalt der Nutztiere listet exakt 6.379 Rassen auf, darunter Schweine, Ziegen, Straußen, Büffel, Kamele usw.
Von diesen sind 740 Rassen bereits ausgestorben, 1.335 sind in der Kategorie „High Risk of Loss“ gelistet.
Die Haltung von Nutztieren ist standardisiert, die Produkte normiert & es überleben nur die Rassen, die die maximale Produktmenge pro Zeiteinheit liefern.
In hundert Jahren wird es dann wohl Einheitstiere geben, die Einheitsfleisch essen, passend zu den Einheitsmenschen.

Kategorien: Biodiversität · Klima

München, 19. April 2008 | Hungrig lernen

April 19, 2008 · Kommentar schreiben

21:00 Uhr. In Deutschland, einer der höchstentwickelten Nationen dieser Welt, gibt es immer mehr Kinder, die während der Schule hungern müssen. Ihre Eltern sind arm & können dass Schulmittagessen ihrer Kinder nicht bezahlen. Mittags hängen diese mit knurrendem Magen in der Schulkantine herum, während ihre Mitschüler, deren Eltern das Essensgeld bezahlen können, ihren Hunger stillen. Mnachmal beleiben Reste übrig, die sie sich hungrig heineinschlingen. Im Nachmittagsunterricht sitzen dann satte, fette Kinder neben ausgemergelten, gezeichnten, die schon mal lernen, was Betteln und Aushalten heißt.

In Deutschland leben ca. 1.760.000 Kinder von Hartz IV. Der Preis für ein Mittagessen liegt bei den Ganztagsschulen zwischen 1,30 und 4,00 Euro & ein Kind unter 14 Jahren, dessen Eltern von Hartz IV leben, bekommt täglich genau 2,72 Euro für Ernährung.

Kategorien: Armut · Kinder · Wirklichkeit

München, 19. April 2008 | Dinoflagellaten und Kieselalgen

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14:15 Uhr. Dinoflagellaten sind einzellige Algen. Kieselalgen sind einzellige Lebenswesen aus der Abteilung der Protisten.
Ohne diese winzigen, für unser Auge unsichtbaren Meerespflanzen gäbe es auf dem Planeten Erde keine Atmosphäre & damit kein Leben & damit keine Menschen, denn sie prodzieren die Hälfte des Sauerstoffs dieser Welt.
Darüber hinaus nehmen Sie nach dem Absterben erhebliche Mengen an Kohlendioxid mit in die Tiefen der Meere & verhindern somit einen rapideren Wechsel des Weltklimas.
Der Mensch lebt, weil der Einzeller lebt.

Kategorien: Biodiversität · Klima

München, 17. April 2008 | Dürre

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21:30 Uhr. Die Sonne wird im kommenden Sommer unbarmherzig über München stehen.
Die künstliche Natur in den Stadtparks und den hässlichen, gepeinigten und verschmutzten Grünflächen im Rest der Stadt wird zurest unter der flirrenden Hitze stöhnen. Später wird sie sich auf das Absterben vorbereiten & ganz am Ende, wenn Sie kurz vor dem Verbrennen ist, wird sie erleichtet sein, denn die Gefangenheit wird ein Ende haben. Und die Stadt wird brennen.
Im Zeitraum September bis August 2007 lag die mittlere Temperatur in Deutschland um etwa 2,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Kategorien: Klima · München

München, 7. April 2008 | Eunuchen

April 7, 2008 · Kommentar schreiben

21.00 Uhr. Im China der Han – Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) war eine Kastration ein schmerzhafter Eingriff, „Zerschlagen“ oder „Abschneiden“ waren die gängisten Methoden.
Sehr häufig wurde bei dieser der Schließmuskel der Blase zerfetzt. Dies hatte zur Folge, dass Eunuchen zumeist lebenslang Bettnässer waren.
Im Kaiserpalast hatten kastrierte Männer gegen Ende der Han- Dynastie große Macht inne: Sie brachten die Haremsfrauen zum Kaiser, überwachten den Sex und entschieden auch, welche der Mätressen Kinder bekommen darf. Eunuchen wurden letztendlich in den Adelstand erhoben.
Viele Eltern ließen Ihre Kinder freiwillig kastrieren.

Der Mensch nimmt für Macht über Menschen Verstümmelung und lebenslange Demütigung in Kauf.

Kategorien: Geschichte · Macht

München, 5. April 2008 | Apfelsorten

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13:30 Uhr. Ein freundlicher, etwas bewölkter Samstag ohne Regen.
Die Natur kommt ohne den Menschen aus, der Mensch aber nicht ohne die Natur.
In den Städten gibt es ohnehin nur noch eine Pseudonatur, Stadtparks sind nur Placebos.
Die Zahl der Reissorten in Sri Lanka hat sich innerhalb von 50 Jahren von 2000 auf 5 reduziert. In den USA gibt es inzwischen nur noch 5 Apfelsorten zu kaufen, vor 50 Jahren gab es noch 100 Apfelsorten. 66 % des weltweiten Legehennenbestandes stammen aus zwei Betrieben in Europa.
Wenigstens habe ich noch meinen Körper.

Kategorien: Alltag · Biodiversität · München

München, 1. April 2008 | Wirklichkeit

April 1, 2008 · Kommentar schreiben

01.04.2008

7:30 Uhr. Heute zeigt sich bewölkter und doch farbiger Himmel über München.
Ich betrachte ihn einige Zeit, wie jeden Morgen, um mich von den düsteren grauen Gebäude abzulenken, die vor meinem Fenster stehen.
Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Ländern erhalten in 2008 einen
Gehaltszuwachs in Höhe von 5 %, müssen allerdings teilweise dafür auch eine halbe Stunde länger arbeiten. Das ändert allerdings nichts daran, dass Angestellte in den unteren undmittleren Einkommesgruppen in den deutschen Großstädten von Ihrem Gehalt nicht leben, sondern nur überleben können.
Eine eifersüchtige 19-jährige hat den dreijährigen Sohn Ihres Freundes verbrüht. Welche Beziehung mag diese Frau nur zu Ihrem Freund haben? Sicherlich keine Liebesbeziehung.
Aufgrund der höheren Geburtenrate gibt es weltweit inzwischen mehr Muslime als Christen.
Heute ist ein ganz normaler Arbeitstag.

Kategorien: Alltag · München · Wirklichkeit